Timetable

FREITAG, 23.08.2019

20:00 Uhr: Film „Die Mission der Lifeline“

SAMSTAG, 24.08.2019

10:00 – 11:00 Uhr: Frühstück
11:00 Uhr: Plenum
11:30 – 13:30 Uhr: Workshop-Phase I
– Die extreme Rechte in OWL- Eine Einführung
– Sani- Workshop
– Workshop der antinationalen Linken Bielefeld zu Klimakrise und Kapitalismus

13:30 – 14:30 Uhr: Mittagspause
14:30 Uhr: Plenum
15:00 – 17:00 Uhr: Workshop-Phase II
– Plakatgestaltung for Beginners
– Unsere Stadt! – Oder: Wie man mit strukturiertem Chaos gegen Windmühlen kämpft
– Sani- Workshop

18:00 – 19:00 Uhr: Mobi-Veranstaltung “100 Jahre Abschiebehaft”
19:00 – 20:00 Uhr: Abendessen
20:00 – 21:30 Uhr: Abendveranstaltung: Lügen- Verdrehen- Diffamieren: Die Leugnung der Shoa und deren Bedeutung für die extreme Rechte

ab 21:30 Uhr: Soli- Kneipe

SONNTAG, 25.08.2019

12:00 Uhr: Selbstverteidigungsworkshop

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Abendveranstaltung am Samstag (24.08.2019)

Lügen – Verdrehen – Diffamieren

Die Leugnung der Shoah und deren Bedeutung für die extreme Rechte

Für die extreme Rechte in Deutschland, aber auch im europäischen und globalen Kontext spielt der Umgang mit „Geschichte“ eine wichtige Rolle. Der historische Nationalsozialismus bildet in diesem Kontext nach wie vor einen zentralen Bezugspunkt. Für die Geschichtspolitik der extremen Rechten stellt nicht zuletzt der Umgang mit den präzendenzlosen nationalsozialistischen Verbrechen eine Herausforderung dar, stehen diese doch einer vermeintlich „unbefangenen“ Identifikation mit völkischen, rassistischen und nationalistischen Positionen entgegen. Seit 1945 kommt daher geschichtsrevisionistischen Argumentationsmustern im extrem rechten Politikverständnis große Bedeutung zu, die sich als „Phantasiegeschichten“ oder „historisch-fiktionale Gegenerzählungen“ bezeichnen lassen. Sie orientieren sich nicht an den Erkenntnissen wissenschaftlicher Forschung oder historischen Quellen, sondern sind durch verschwörungsideologisches Denken und antisemitische Topoi geprägt. Vor allem die Leugnung der Shoah bildete für die extreme Rechte spätestens seit den frühen 1970er Jahren ein wichtiges strategisches und –  bezogen auf das eigene Milieu –  vergemeinschaftendes Element. In den vergangenen Jahren rückte die als „Schuldkult“ diffamierte kritische Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus stärker in den Fokus der extremen Rechten. Doch auch die Leugnung der Shoah und anderer nationalsozialistischer Verbrechen erweist sich nach wie vor als erstaunlich mobilisierungsfähig, wie etwa die neonazistischen Solidaritätskampagnen für die verurteilte Shoah –Leugnerin Ursula Haverbeck zeigen.

Der Vortrag widmet sich den Argumentationsmustern, aber auch der strategischen Bedeutung der Shoah-Leugnung durch die extreme Rechte. Diskutiert werden soll, auf welche Resonanzräume diese Form extrem rechter Propaganda stößt, und welche Möglichkeiten es gibt, geschichtsrevisionistischen Positionen zu begegnen.

Michael Sturm, Historiker (Münster)

Workshop: Unsere Stadt! – oder: Wie man mit strukturiertem Chaos gegen Windmühlen kämpft

Wer kennt es nicht? Da will man für ein paar hunderttausend Euro ein Häuschen aus dem Warenkreislauf freikaufen um es zu einem linken Hausprojekt zu sanieren, doch die Realität schmeißt einem permanent Steine in den Weg. Nun ja, wahrscheinlich kennen das gar nicht mal so viele. Deshalb möchten wir, die Initiative Petristrasse2, euch unseren bisherigen Weg uns unsere Erfahrungen schildern, die wir um das namensgebende Objekt gemacht haben. Wir haben nicht mal den halben Weg hinter uns, der Struggle ist nach wie vor real und lange nicht vorbei. Da wir aber finden, dass die gesamte Welt entprivatisiert gehört, möchten wir unser Wissen und unseren aktuellen Stand mit euch teilen, damit zwei, drei, viele Projekte geschaffen werden und wir alle dem Traum einer befreiten Gesellschaft in minikleinen Schritten näher kommen. Der Workshop soll möglichst offen sein und sich an euren Interessen ausrichten: Ob ihr wissen wollt, wie das Ganze formell funktioniert (Mietshäusersyndikat, GmbH, Direktkredite), ihr Geschichten von Onkel:Tante aus der Initiative Petristrasse2 hören möchtet oder über die Baulandpolitik und aktuelle Projekte der Stadt Bielefeld informiert werden wollt, bleibt dabei euch überlassen. Erzählen können wir jedenfalls den ganzen Tag und länger.

Film: Die Mission der Lifeline

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Ein Film von Markus Weinberg, Luise Baumgarten

Sie wurden verklagt, beschossen und blockiert. Wie eine Gruppe Dresdner gegen viele Widerstände ein Schiff ins Mittelemeer brachte, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Dafür haben Axel Steier und das Team des Dresdner Seenotrettungsvereins „Mission Lifeline“ erfolgreich Spenden gesammelt.

Mit einem eigenen Schiff sollte es ins Mittelmeer gehen. In seiner Heimatstadt Dresden schlägt Axel Steier für die Idee nicht nur Liebe entgegen. Neben öffentlichem Hass muss er Angriffe, Ermittlungen und Prozesse aushalten. Und dann die Realität auf dem Meer: Boote voller Schutzsuchender, die vor aller Augen zu sinken beginnen, Ölverlust, Beschuss durch libysche Milizen. Über zwei Jahre lang hat Filmemacher Markus Weinberg Axel und sein Team mit seiner Kamera begleitet – bis auf das Schiff vor der libyschen Küste, wo sich der Versuch Leben zu retten zunehmend auch zu einem Kampf um die europäische Idee entwickelt.

Internationale Bekanntheit erlangte Mission Lifeline, als das Schiff des Vereins im Juni 2018 mit 234 geretteten Schutzsuchenden an Bord tagelang einen Hafen suchte, weil sich kein Mittelmeeranrainerstaat dazu durchringen konnte der Crew das Anlegen zu erlauben.

Hier findet ihr den Trailer zum Film

Den Film zeigen wir am 23.08.2019 um 20 Uhr im Ajz- Kino.

Workshop: Die extreme Rechte in OWL – eine Einführung

In OWL existieren verschiedenste Akteur_innen mit unterschiedlichen ideologischen Ansätzen und Strategien in der extremen Rechten. Was sie eint ist die positive Bezugnahme auf Volk und Nation und die Ablehnung emanzipatorischer Werte von Gleichheit und Solidarität, oftmals auch der parlamentarischen Demokratie.
Die Holocaust-Leugner_innen um Ursula Haverbeck sind ebenso Teil der extremen Rechten, wie der AfD nahe Verein „Alternativer Kultur Kongress“. Während die AfD versucht über die Parlamente ihre antidemokratischen Forderungen umzusetzen, finden sich die Reste der ostwestfälischen militanten Neonazi-Szene auf bundesweiten Aufmärschen und Rechts Rock-Festivals. Die sogenannte „Neue Rechte“ versucht im vorpolitischen Raum Themen zu besetzen und Altnazis verharmlosen als „Zeitzeug_innen“ den Nationalsozialismus.
In diesem Workshop sollen die unterschiedlichen Bereiche der extremen Rechten anhand von Materialien analysiert werden. Ihre Relevanz in der extremen Rechten in OWL sollen ebenso benannt werden, wie führende Vertreter_innen der einzelnen Spektren in der Region.

Am Samstag, den 24.08.2019, beginnen wir wie immer das Antifa Weekend mit einem Frühstücksbuffet. Wir würden uns freuen wenn ihr ein paar Kleinigkeiten oder auch Kuchen fürs Kuchenbuffet mitbringen würdet!

Workshop der Antinationalen Linken Bielefeld zu Klimakrise und Kapitalismus

No future for capitalism

Workshop der Antinationalen Linken Bielefeld zu Klimakrise und Kapitalismus

„Wird die Dürre zum Normalfall?“, „Wirbelstürme fordern Dutzende Tote“ oder „Wetterextreme nehmen zu“. So oder ähnlich lauten die Schlagzeilen der Ereignisse, die Meteorolog_innen und Klimaforscher_innen als erste Auswirkungen des Klimawandels beschreiben. Die klimatischen Veränderungen und die daraus resultierenden Extremwetterereignisse führen dazu, dass Landstriche verwüstet, Existenzgrundlagen zerstört und Menschen in die Flucht getrieben werden. Die Herausforderungen des menschengemachten Klimawandels sind gigantisch und kaum abzuschätzen.

Schon seit Anfang der 90er Jahre finden daher weltweite Klimagipfel statt, bei denen Regierungschef_innen aller Länder zusammenkommen, um Pläne zur Reduktion des Kohlendioxidausstoßes zu schmieden. Diese Klimakonferenzen und die daraus resultierenden Abkommen, wie das Kyoto-Protokoll oder das Pariser-Klimaabkommen, erkennen die Problematik des Klimawandels an und formulieren Ziele, wie den Umstieg auf erneuerbare Energien. Diese Abkommen stellen dabei jedoch in der Regel keine Verpflichtungen dar. So verbleibt es meist bei unkonkreten Absichtserklärungen, während effektive Maßnahmen von einzelnen Ländern blockiert werden.

Neben den staatlichen Klimaschutzbemühungen sehen Menschen sich selbst in der Verantwortung etwas gegen die aufkommenden Klimakatastrophe zu unternehmen. Sie versuchen beispielweise durch bewusstes Konsumverhalten die Fidschi-Inseln vor dem Untergang zu retten. Andere organisieren sich in der “Post-Wachstums-Bewegung” und wollen unsere marktwirtschaftliche Gesellschaft durch ihr Engagement von dem klimaschädlichen Wachstumszwang befreien.

In Rahmen des Workshops wollen wir zum Einen diskutieren, warum staatliche Klimaschutzpolitik seinem Anspruch, den menschengemachten Klimawandel zu stoppen, nicht gerecht wird. Zum Anderen wollen wir die Konzepte der Konsumkritik, der Postwachstumsökonomie und des „Grünen“-Kapitalismus kritisch unter die Lupe nehmen. Aufbauend darauf wollen wir den Versuch unternehmen, eine Gesellschaft zu skizzieren, in der wirklicher Klimaschutz eine Perspektive hat und ein gutes Leben für alle Menschen möglich ist.

Sani- Workshop

In diesem Workshop wollen wir die Grundlagen der Ersten Hilfe einüben. Dabei werden wir einen Schwerpunkt auf solche Verletzungen legen, die im Kontext von Demonstrationen entstehen können, beispielsweise durch Polizeigewalt. Der Referent ist seit vielen Jahren als Sanitäter auf linken Demonstrationen unterwegs.

Vortrag: „Die Geschichte der Abschiebehaft“

Der Vortrag beschäftigt sich mit der 100-jährigen Geschichte der Abschiebehaft.

Er startet mit einem kurzen Input dazu, was man eigentlich unter Abschiebehaft versteht und welche Formen es gibt.
Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der historischen Aufarbeitung der Abschiebehaft, untergliedert in 1919 bis 1945 und ab 1945. Im Laufe des Vortrags werden wir so die Abschiebehaft als eindeutig antisemitisch, rassistisch und potentiell tödlich einordnen.
Zum Schluss folgt ein Überblick die aktuelle Lage zum Thema und alle wichtigen Infos zur Kampagne „100-Jahre Abschiebehaft“.

Am Ende bleibt sowohl Raum für Diskussion, als auch für Fragen zum Thema und zur Kampagne.

Der Vortrag ist so konzipiert, dass kein Vorwissen notwendig ist. Da die Geschichte der Abschiebehaft jedoch bisher kaum aufgearbeitet wurde, dürfte er aber auch für erfahrene Aktivist_innen einiges Neues mitbringen.

Workshop: Plakatgestaltung for beginners

Für jede Veranstaltung, Party oder Demo brauchen wir Werbematerial. Der Klassiker dafür ist das A3 Plakat. Aber die Ansprüche sind gestiegen und Paint reicht schon lange nicht mehr aus. Gleichzeitig kann auch nicht jede Crew eine*n Grafiker*in haben. Also wie erstellt man ein druckfähiges Format? Und wie arbeite ich mit Ebenen? Diese und andere Aspekte der Plakatgestaltung werden in dem Workshop am Beispiel eines A3-Plakats bearbeitet – Schritt für Schritt. Aber auch der Blick fürs Detail und etwas Kreativität dürfen nicht fehlen. Wir arbeiten in dem Workshop mit dem Grafikprogramm GIMP. Außerdem gibt’s ein paar Infos zu Schriftarten, Bildrechten und Druckanbietern.
Der Workshop richtet sich an Menschen, die bisher kaum Erfahrungen mit Layout und Grafikarbeiten haben. Bitte bringt euren Laptop inkl. Software zum Mitarbeiten mit.